SPD Weckesheim Informationsdienst

 

  

  Gute Bildung von Anfang an – Eine gemeinsame Schule für alle

 

Die Auffassungen der SPD zur Bildungspolitik unterscheiden sich in Hessen fundamental von der Schulpolitik der Koch-Regierung und ihrer zuständigen Kultusministerin Wolff. Mehr denn je kommt es darauf an, endlich aus den Ergebnissen der verschiedenen internationalen Studien (PISA und IGLU insbesondere) die notwendigen und richtigen Konsequenzen für bildungspolitische Maßnahmen zu ziehen. Die CDU-Regierung tut genau das Gegenteil:

 

Sie setzt auf Auslese statt auf Förderung der Kinder. Sie setzt auf Separierung der Bildungsgänge statt auf Integrierung. Ihr Ganztagsschulkonzept besteht aus Magerkost, geboten wird etwas mehr Betreuung statt Vollkost mit zusätzlichen Bildungsangeboten.

 

Die Koch-Regierung täuscht auch hier die Wählerinnen und Wähler: Worthülsen statt fachlich begründeter und fundierter Politik. Statt mehr Lehrer einzustellen, wie im Wahlkampf versprochen, sind rund 1.000 Stellen gestrichen worden. Eine qualitative Weiterentwicklung unserer Schulen findet nicht statt. Das Gegenteil ist der Fall.

 

Wir ziehen aus der Bildungsmisere die notwendigen Konsequenzen und beschreiten den Weg fachlich begründeter Reformen. Dies tun wir einerseits, um der jetzigen Schülergeneration und den künftigen Schülerinnen und Schülern Zukunftschancen zu eröffnen und um jedem Einzelnen eine optimale Bildung und Erziehung zu sichern. Andererseits wollen wir den Wirtschaftsstandort Deutschland als sozialstaatliche Demokratie dadurch dauerhaft konkurrenzfähig halten, dass wir alle Begabungen und Fähigkeiten in der Gesellschaft ausbilden und die jungen Menschen mit dem Wissen der Zeit ausstatten. Denn gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in der Gesellschaft weisen nicht zuletzt auch die Repräsentanten der Wirtschaft darauf hin, dass wir es uns nicht leisten können, auch nur ein Talent zu vernachlässigen. Alle jungen Menschen werden gebraucht.

 

Die Ergebnisse der PISA-Studie zwingen insbesondere deshalb zu grundlegenden Reformen, weil  

  1. die Gruppe der Bildungsverlierer, die Gruppe derjenigen, die mit unzureichenden Kompetenzen aus den Schulen entlassen werden, viel zu groß ist.
  1. die Abhängigkeit des Bildungserfolges des Kindes vom sozialen Status der Eltern in keinem Land so groß ist wie in Deutschland.  
  1. die Unterschiede zwischen den Bildungserfolgen von stärkeren und schwächeren Schülern in keinem anderen Land so groß sind wie in Deutschland.
  1. die Gruppe derjenigen, die erfolgreich ein Hochschulstudium abschließt, im internationalen Vergleich deutlich zu gering ausfällt.  
  1. die Gruppe derjenigen, die international in der Spitze konkurrieren können, viel zu klein ist.

 

Alle Maßnahmen der Bildungspolitik müssen darauf abzielen, diese grundlegenden Defizite des Bildungswesens auszugleichen. Stattdessen sieht die Novelle des hessischen Schulgesetzes dramatische Verschlechterungen für die Schülerinnen und Schüler vor. Genau das Gegenteil dessen, was PISA verlangt, soll nunmehr in Gesetzesform gegossen werden. In rückwärtsgewandter ideologischer Blindheit will Landesregierung das dreigliedrige Schulsystem weiter zementieren, moderne lernpsychologische und pädagogische Ansätze werden ausgeblendet. Deshalb lehnt die SPD dieses neue Schulgesetz in aller Entschiedenheit ab.

Unsere Kritik macht sich insbesondere an folgenden Punkten fest:

 

  1. Die Verkürzung des gymnasialen Bildungsgangs vertieft die Gräben zwischen den einzelnen Bildungsgängen in Hessen. So wird die Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen in dem neuen Gesetz aus dem Bildungsauftrag der Schulen gestrichen. Es ist nicht mehr deren Ziel, die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen zu gewährleisten, um möglichst lange alle Bildungschancen offen zu halten. In Zukunft ist es so gut wie ausgeschlossen, dass ein Hauptschüler noch den Realschulabschluss macht. Für Realschüler werden die Hürden für einen erfolgreichen Übergang in die gymnasiale Oberstufe oder das Berufliche Gymnasium unverantwortlich hoch gesetzt. Zusätzlich werden die Lernbedingungen für viele Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I deutlich verschlechtert. Die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit in der Mittelstufe bringt eine bisher nicht gekannte Verdichtung des Unterrichts mit sich, weil deutlich mehr Wochenstunden zu erfüllen sind. Dies wird dazu führen, dass viele Schülerinnen und Schüler ihr Bildungsziel nicht mehr erreichen, dass Schulversagen deutlich zunimmt, dass Schulangst vermehrt in viele Klassen und damit auch in viele Familien einkehren wird. Viele junge Menschen werden zusätzlich zu Bildungsverlierern, anstatt, was notwendig ist, mehr Schülerinnen und Schüler zu Bildungsgewinnern zu machen.

 

  1. Für viele Förderstufen bedeutet das Gesetz faktisch das Aus. Die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung der Förderstufe wird ihr bisheriges Selbstverständnis verändern. Nicht mehr das integrierte Lernen, nicht das Vorbereiten auf alle weiterführenden Bildungsgänge ab Klasse 7 stehen länger im Mittelpunkt. Gemeinsames Lernen wird damit bereits ab Klasse 5 auch in der Förderstufe zurück gedreht. Längeres gemeinsames Lernen ist aber Grundlage der Bildungssysteme in allen übrigen Ländern, die mit deutlich besserem Erfolg in den internationalen Studien abgeschnitten haben.

  

  1. Die sog. Querversetzung soll nunmehr nicht nur für die Klasse 5 gelten, sondern bis einschließlich Klasse 7 soll es möglich sein, dass die weiterführenden Schulen auch gegen den Willen der Eltern Schüler in einen anderen Bildungsgang zurück stufen können. Damit wird das System der Auslese weiter perfektioniert. Das ist der falsche Weg. Stattdessen müssen die Schulen in ihrer Verantwortung für die Kinder gestärkt werden. Ihnen muss der Rahmen gegeben werden, auf das unterschiedliche Lerntempo der einzelnen Schüler angemessen zu reagieren. Umgekehrt verpflichtet dies aber auch die Schulen, alle Schülerinnen und Schüler zum gewünschten Bildungserfolg zu führen.

  

  1. Besonders dem dünner besiedelten ländlichen Raum droht ein Umpflügen der Schullandschaft und die Schließung kleinerer Schulsysteme. An vielen Standorten, insbesondere jenen mit kooperativen Gesamtschulen, wird die vorgesehene Mindestzügigkeit bzw. werden die Richtwerte für die Klassenbildung in den einzelnen Bildungsgängen nicht erreicht. Wir streiten für den Erhalt eines umfassenden, wohnortnahen Bildungsangebots.

 

Die SPD in Hessen wendet sich mit aller Entschiedenheit gegen diese dramatischen Verschlechterungen der Bildungschancen unserer Schülerinnen und Schüler.  

 

Neben sozialen Nachteilen, die die PISA-Studie uns schon ins Stammbuch geschrieben hat, drohen neue Ungerechtigkeiten. Bildung wird verstärkt wieder zu einem Privileg, anstatt zu einem Allgemeingut für alle. Bildung darf aber weder an sozialen noch an regionalen Barrieren scheitern, gerade deshalb muss unser politischer Streit in den kommenden Monaten genau an dieser Stelle geführt werden.  

Außerdem greift das Land massiv in die Rechte der Schulträger ein. Für die einzelnen Schulträger ist eine Schulentwicklungsplanung in den kommenden Jahren kaum zu gestalten. Während an einzelnen Standorten künftig verstärkt Schulraum leer stehen wird, werden an anderen Stellen möglicherweise Räumlichkeiten erstellt werden müssen. Einer Konzentration von Schulen einerseits steht eine Ausdünnung an anderen Stellen gegenüber. Die kommunale Selbstverwaltung in der Gestaltung der Schullandschaft wird damit von der Koch-Regierung massiv in Frage gestellt.

 

Der Landesparteitag der SPD unterstützt die gemeinsame Kampagne von Landesvorstand und Landtagsfraktion. Er fordert alle Parteigliederungen auf, sich engagiert daran zu beteiligen. Wir wollen die Auseinandersetzung um die Bildungspolitik in das Zentrum der politischen Diskussion rücken.

 

Gute Bildung von Anfang an – Eine gemeinsame Schule für alle

 

Gegen die reaktionäre Schulpolitik der CDU in Hessen setzen wir unser Modell des längeren gemeinsamen Lernens, das gute Bildung für alle von Anfang an in den Mittelpunkt stellt. Wir lassen uns dabei von zwei zentralen Überzeugungen leiten: Bildungsgerechtigkeit für alle und Förderung jeder Begabung von Anfang an.

 

Wir setzen auf eine grundlegende Reform des Schulsystems,

  1. weil jedes Kind eine optimale Förderung seines Lebenswegs von Anfang an braucht,  
  1. weil eine solidarische Gesellschaft darauf angewiesen ist, dass alle jungen Menschen mit zukunftsfähigen Kompetenzen in die Arbeitswelt entlassen werden. Nur so haben sie eine Chance, ihren Platz zu finden, ihre Talente einzubringen und damit auch ihren eigenen Lebensunterhalt in eigener Verantwortung zu verdienen
  1. weil wir auf jedes Talent in dieser Gesellschaft angewiesen sind.

 

Wir brauchen ein in sich schlüssiges modernes Gesamtkonzept, das diesen Ansprüchen und Zielen Rechnung trägt. Die hessische SPD wird deshalb den öffentlichen Diskurs über die Schulreformvorstellungen offensiv führen.

 

Folgende Bausteine eines neuen Hauses guter Bildung müssen dabei berücksichtigt werden:  

 

  1. Wir wollen die frühe Förderung aller Kinder und damit eine Aufwertung der elementaren Bildung in den Kindertageseinrichtungen. Eine Reform unserer Kindertagesstätten muss den Bildungsauftrag deutlich stärken. Alle Kinder müssen in Kindertageseinrichtungen auf der Grundlage eines verbindlichen Bildungs- und Erziehungsplans betreut, erzogen und gebildet werden. Dies setzt auch eine Aufwertung der Aus-, Weiter- und Fortbildung der Erzieherinnen und Erzieher voraus. Wer alle Begabungen und Talente fördern will, damit jedes Kind später in Selbstverantwortung sein Leben gestalten kann, muss möglichst früh Schwächen erkennen und ausgleichen. Internationale Studien belegen, dass nur möglichst frühzeitige umfassende Anregungen auch alle Begabungen fördern. Ein anregungsreiches Milieu ist Voraussetzung für spätere Bildungserfolge. Deshalb wollen wir, dass alle Kinder mindestens das letzte Kindergartenjahr besuchen, dieses muss beitragsfrei gestellt werden. Alle Kinder, die 6 Jahre alt sind bzw. im jeweiligen Jahr dieses Alter erreichen, werden dann auch in die Grundschule aufgenommen. Eine Rückstellung vom Schulbesuch findet nicht mehr statt.

 

  1. Die Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen muss verbindlich geregelt werden. Kooperationen und ein Entwicklungsportfolio für jedes Kind sind Voraussetzung für einen bruchlosen Übergang. Die Grundschule leistet von allen Schulformen offensichtlich die erfolgreichste Bildungs- und Integrationsarbeit, wie internationale Vergleichsstudien zeigen. Diese Erfolge wollen wir auch durch eine organisatorische Weiterentwicklung an den Grundschulen verstärken. Denn es bleibt eine zusätzliche Aufgabe, Kinder mit Sozialisationsdefiziten und insbesondere solche mit Migrationshintergrund und den damit oftmals verbundenen sprachlichen Defiziten mit zusätzlichen Fördermaßnahmen zu erreichen und ihnen optimale Bildungschancen zu eröffnen. Konkret bedeutet dies, dass alle Kinder in eine Schuleingangsstufe aufgenommen werden, in der die Schuljahre 1 und 2 in unterschiedlichen Zeiträumen von den Kindern (abhängig von deren individuellen Lernfortschritten) durchlaufen werden können, nämlich zwischen einem und drei Jahren. In dieser Zeit werden die nötigen zusätzlichen Angebote unterbreitet, die eine erfolgreiche Bildungsteilnahme dauerhaft sichern sollen.

 

  1. Gemeinsames Lernen muss auch in Deutschland unser Schulsystem prägen und das bisherige starre dreigliedrige Schulsystem ab der Klasse 5 ersetzen. Das dreigliedrige Schulsystem und die frühe Separierung sind eine Ursache für die miserablen Bildungsergebnisse, die die PISA-Studie uns bescheinigt hat. Außerdem belegt die IGLU-Studie eindrucksvoll, dass mehr als die Hälfte der viel zu frühen Laufbahnentscheidungen falsch sind. Das nicht länger hinzunehmende Ergebnis ist, dass wir viel zu viele Bildungsverlierer und viel zu wenige Bildungsgewinner haben. Deshalb wird es darauf ankommen, mit möglichst vielen Verbündeten dafür zu sorgen, dass wir eine Schulstruktur in Hessen etablieren, die das längere gemeinsame Lernen bis einschließlich Klasse 10 organisiert. Wir werden uns dabei an Schulsystemen orientieren, die seit vielen Jahren überaus erfolgreich den Weg aufgezeigt haben, wie z.B. das schwedische und finnische Modell. Aber auch andere Länder wie die Niederlande oder Schottland zeigen Wege auf, wie das Schulsystem als wesentliche Voraussetzung für Bildungserfolge umgestaltet werden kann. In Zukunft muss das Ziel sein, dass keine Schülerin und kein Schüler ohne Schulabschluss aus dem Schulsystem entlassen wird. Außerdem muss die Zahl der Jugendlichen mit dem mittleren Bildungsabschluss und mit Abitur deutlich erhöht werden. Den notwendigen Diskussionsprozess zur Reform des Schulsystems wollen wir einleiten.

 

  1. Deshalb gehört als weiterer Baustein zu einer umfassenden Bildungsreform das Konzept der individuellen Förderung. Das heißt, individuelles Lernen verstärkt zu organisieren. Es ist keine zeitgemäße Pädagogik, dass alle Schüler in einer Klasse zur gleichen Zeit das Gleiche mit dem gleichen Resultat erarbeiten müssen. Selbstverantwortliches und  projektorientiertes Arbeiten müssen zu einem unverzichtbaren Bestandteil an allen Schulen werden. Flexible Unterrichtsformen müssen verstärkt dazu führen, dass einerseits besondere Stärken von Schülern ausgebaut werden, dass aber auch andererseits auffällige Defizite konsequent aufgearbeitet werden. Individualisiertes Fördern und Lernen heißt aber auch, dass neben Lehrerinnen und Lehrern zusätzliches fachliches Personal herangezogen wird, welches in der Begabungsdiagnostik einerseits aber auch in der individuellen Förderung andererseits besonders geschult ist. Wenn Schule unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten der Kinder zulässt, kann auch von dem ohnehin zweifelhaften Instrument des Sitzenbleibens weitgehend Abstand genommen werden.

 

  1. Die Grundsätze gemeinsames Lernen und individuelles Fördern machen das hoch differenzierte System der Sonderschulen weitgehend überflüssig. Diese können somit auf ein absolutes Mindestmaß begrenzt werden. Frei werdende Ressourcen werden im Regelschulsystem eingesetzt.

 

  1. Die Einrichtung von Ganztagsschulen wird von uns weiter vorangetrieben. Es geht nicht allein darum, zusätzliche Betreuungszeiten für einen Teil der Schülerinnen und Schüler anzubieten. Gleichwohl gibt es neben den pädagogischen Begründungen auch sozial- und arbeitsmarktpolitische Argumente. Ganztägige schulische Angebote sind u.a. eine wesentliche Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um die auch weiterhin vorhandenen strukturellen Benachteiligungen junger Frauen aufzuheben und ihnen neue Chancen zu eröffnen, ihren beruflichen Werdegang nicht dauerhaft unterbrechen zu müssen und ihre Fähigkeiten in die Arbeitswelt einzubringen, bedarf es eines weiteren Ausbaus mit Ganztagsschulen.  

Für zusätzliche Bildungserfolge müssen Ganztagsschulen ein pädagogisches Konzept als Grundlage haben. Dabei geht es darum, auch neue Lehr- und Lernkonzepte umzusetzen, um so vorhandene Begabungen intensiver zu fördern. Eine andere Rhythmisierung des Unterrichtsalltages spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ein wesentliches Ziel dabei ist, Benachteiligungen auszugleichen und gefährdete Schülerinnen und Schüler gezielt zu unterstützen, damit sie ihre Bildungsabschlüsse erreichen. Darüber hinaus gilt es genauso, besonders Begabte gezielt zu fördern und deren Entwicklung zu stärken. Bei der Gestaltung der Ganztagsschulen ist darüber hinaus Schule als Teil einer regionalen und sozialen Infrastruktur zu sehen. Deshalb ist die Zusammenarbeit von Schule und Umfeld zu fördern, die Zusammenarbeit mit Jugendhilfeeinrichtungen zu verstärken und die Berufsorientierung besonders zu fördern.

 

  1. Wir wollen eine konsequente Qualitätsentwicklung, aber auch Qualitätssicherung an unseren Schulen einrichten. Dazu gehören u.a. verbindliche Bildungsstandards, die an allen Schulen von möglichst allen Schülerinnen und Schülern erreicht werden müssen. Dazu gehören Vergleichs- und Orientierungsarbeiten. Alle Schulen müssen sich internen aber auch externen Evaluierungsmaßnahmen stellen. Das Resultat dieser Maßnahmen muss jede einzelne Schule verantworten, notwendige Konsequenzen aus diesen Überprüfungen sind zu ziehen. Dabei geht es weniger um das Überprüfen der einzelnen Schülerinnen und Schüler, sondern des Bildungserfolgs einer Schule insgesamt. Schulen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, was den sozialen oder auch regionalen Einzugsbereich angeht, müssen auch mit unterschiedlichen Ressourcenzuteilungen rechnen dürfen. Dies gilt insbesondere für Schulen mit besonderen Bildungsaufträgen, Integrationsleistungen oder besonderen Fördermaßnahmen. Ebenso erhalten die Schulen zusätzliche Möglichkeiten der eigenverantwortlichen Steuerung, um notwendige Konsequenzen aus den Evaluierungsprozessen ziehen zu können.

 

  1. Dies alles lässt sich aber nur umsetzen, wenn eine konsequente Reform der Lehreraus-, -fort- und –weiterbildung betrieben wird. Lehrerinnen und Lehrer müssen eine neue Identität als Moderator von Lernprozessen entwickeln, aber genauso auch ihre Rolle als Erzieherinnen und Erzieher begreifen. Deshalb ist eine konsequente Reform der wissenschaftlichen Ausbildung notwendig, um auf den Arbeitsplatz Schule vorzubereiten. Die Orientierung dazu muss ein neues Lehrerleitbild bieten. Nicht allein der Fachwissenschaftler ist gefragt, sondern vielmehr der didaktisch und pädagogisch vorgebildete Lernbegleiter, Lernmotivator und teamfähige Lehrer bzw. die Lehrerin.

  

Der Landesparteitag der SPD stellt zusammenfassend fest:

Wir sind in einer Phase des historischen Umbruchs. Mehr denn je muss Schule als Voraussetzung für individuellen Lern- und Bildungserfolg gesehen werden. Schule ist aber in erster Linie eine wesentliche Voraussetzung für ein Leben in eigener Verantwortung und eigener Gestaltung. Und damit wird eine gute Schule ist auch Voraussetzung für die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland und Wohlstandes.

 

Wir hessische Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten werden in den kommenden Monaten den internen und öffentlichen Diskussionsprozess für eine Gesamtreform des Bildungssystems aktiv gestalten und uns an die Spitze einer Reformbewegung in Deutschland stellen.

 

 

  

  

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